moser verlag


Herzlich Willkommen!

Wenn der ehemalige Präsident der Münchner Akademie der Bildenden Künste mit seiner Leica in Großstädten wie Paris, London oder Kalkutta unterwegs ist, verspürt er Jagdeifer. Sein Blick ist nach unten gerichtet und er entdeckt ganze visuelle Kontinente. »Manchmal fotografiere ich irgendetwas Unscheinbares was mich anspringt – ganz emotional«.
Ihn interessiert dabei, wie er sagt, »die Poesie des Alltäglichen, des -Unentdeckten. Ich sehe wie ein Sammler, etwas am Boden liegen und hebe es auf. Es sammelt sich viel an, man wirft das meiste wieder weg, aber manchmal sieht man etwas Interessantes erst über das Foto. Oder umgekehrt: erst das Foto gibt dem Ding eine Bedeutung«. Die Lumpen hat Zacharias im Pariser Marais-Viertel entdeckt. Die Straßenreinigung funktioniert dort so: Aus den Gullys fließt zu bestimmten Tageszeiten Wasser und schwemmt die Abfälle den Rinnstein entlang. Damit das Wasser nur in eine Richtung fließen kann und entsprechend Druck hat, wird es durch die Lappen gelenkt und gestaut.
Thomas Zacharias hat die Fotos zu einer Serie zusammengestellt. Das Banale und Gestaltlose bringt eine Fülle von Physiognomien und -Charakteren hervor. Man assoziiert etwa eine eingewickelte Mumie, Arme, Körper.
Durch die Serie bekommt jedes Einzelstück ein eigenes Schicksal.

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