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Herzlich Willkommen!

Stefan Enders »FRONTAL«, erschienen im Moser Verlag, Oktober 2010

Franziska Baehr:
„Was interessiert Sie an der Fotografie, was für Bilder suchen Sie?“
Stefan Enders:
„Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt, habe oft darüber nachgedacht: Letzten Endes sind es
immer die Menschen in ihren individuellen Situationen, die mich interessieren. Ich suche Gesichter,
in denen sich Geschichten widerspiegeln.“
Franziska Baehr:
„Was für Menschen sind es dann, die Sie suchen?
Stefan Enders:
„Das ist schwer zu beantworten. Eigentlich sind es aber immer irgendwelche Typen, die in ihrer
Alltäglichkeit etwas Besonderes haben, etwas erzählen, sich aus der Masse durch ihre Ausstrahlung
herausheben.“
Franziska Baehr:
„Welche Geschichten versuchen Sie in den Gesichtern zu finden, was macht Ihre Auswahl aus?“
Stefan Enders:
„Für mich sind es Figuren, die etwas Spezielles bzw. sehr Individuelles in sich tragen. Im Gegensatz
zu Diane Arbus suche ich weniger die Freaks oder außerhalb der Gesellschaft Stehende.
Eigentlich nur das Besondere, mit dem sie sich aus der Masse abheben. Etwas an ihrer sichtbaren
Hülle, wodurch das Innere äußerlich erkennbar wird, ist es, was mich anzieht.
Ich denke es ist die Mischung: Einerseits der Mensch, der für sich etwas Besonderes in sich trägt,
andererseits aber auch seine Einbindung in den Kontext, also in den Raum, in die Umgebung, in der
er sich befindet. Durch die starken Weitwinkel, mit denen ich arbeite, ist es möglich, genau dies in
einem Bild zu vereinen: Die Nähe zu den Menschen und gleichzeitig die räumlich-situative Einbindung
der Personen in ihre Umgebung: Das kann der architektonische Raum genauso aber auch ein
zwischenmenschlicher Raum sein – wie auch immer.
Die Raumwirkung wird durch den Einsatz des Weitwinkels erzeugt. Die direkte Nähe bekomme ich
aber nur, wenn ich bis auf Armlänge herangehe. Würde ich mit einem Teleobjektiv arbeiten, fehlte mir
die Nähe. Nur durch diese Nähe entsteht die bildnerische Beziehung, die ich suche. Bei einer langen
Tele-Brennweite wäre das nicht gegeben und ich denke das merkt man den Bildern auch an.“

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Aus der Eröffnungs-Rede von Enno Kaufhold:

»… Die Nähe und damit das Unmittelbare, das Direkte, das ist das, was sich dem Blick des Betrachter
primär erschließt … Angesichts der Weitwinkeligkeit der von ihm verwendeten Objektive und Kameras kommt das,
was die fotografierten Menschen räumlich umgibt, mit ins Bild und schafft so einen Bezug, der für die
Interpretation große Bedeutung hat. …

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Stefan_Enders_FRONTAL_austellung_berlin

Die Arbeiten von Stefan Enders werden z.Zt. parallel zum Erscheinen des Buches in einer großen Ausstellung in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz im Rahmen des 4. Europäischen Monats der Fotografie in Berlin gezeigt.